Weidenhiller, U. (2016). „Über das Glück nichts, sonst ist es keines mehr“. Von der Paradoxie des Glücks bei Herta Müller.. In M.W. Jens Christian Deeg (a cura di), Herta Müller und das Glitzern im Satz. Eine Annäherung an Gegenwartsliteratur (pp. 73-91). Würzburg : Königshausen & Neumann.

„Über das Glück nichts, sonst ist es keines mehr“. Von der Paradoxie des Glücks bei Herta Müller.

WEIDENHILLER, Ute Christiane
2016

978-3-8260-5746-5
In Herta Müllers Werk geht es häufig um die verschiedenen Spielarten der Paradoxien des Glücks: „sein Leben machen / ist nicht, / sein Glück machen /mein Herr“, so der lakonische Beginn einer der Collagen aus dem Band "Der Wächter nimmt seinen Kamm" ,Glück‘ erscheint als ein Zustand, der angesichts des Terrors in einem von der Securitate überwachten, durch Repression und Verfolgung gekennzeichneten Staat nur noch ex negativo, d.h. in seiner Unverfügbarkeit empfunden werden kann. In der für Herta Müller typischen bildhaften und zugleich spannungsgeladenen Sprache wird diese schmerzende Lücke immer wieder treffsicher formuliert: „Der mit den blauen Schläfen / sagt wenn ich das Glück richtig versteh entkommt / von vier Hasen der fünfte / in der Haut des sechsten /durch den Seidenklee“ (Vater telefoniert mit den Fliegen, S. 153). In sprachkritischem Gestus wird Sprache von Herta Müller stets hinterfragt und z.T. in kleinste Einzelteile zerlegt, denn die Sprache hat in einem diktatorisch geregelten Staat eine andere Bedeutung. In der kritischen Beleuchtung und der präzisen semiotischen Analyse der westlichen, oft unbedachten bzw. oberflächlich erscheinenden Sprache und der leichtfertigen Verwendung von Redensarten („Glück bringen“ vgl. Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt) zeichnet sich neben der Unmöglichkeit einer konventionellen Erfahrung des Glücks jedoch immer deutlicher ein utopischer Entwurf dessen ab, was für die Autorin als ,Glück‘ zu verstehen ist und als solches benannt werden darf. Nachgegangen werden soll in vorliegendem Beitrag den Varianten des Glücks-Motivs (wichtig vor allem in Herztier und in Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet) sowie der (von der Autorin selbst aufgeworfenen) Frage: kann/darf über Glück ,geredet‘ werden? Verdeutlicht werden sollen dabei Herta Müllers Strategien, ,Glück‘ durch das Verfahren der Abgrenzung bzw. Ausgrenzung zu konstruieren.
Weidenhiller, U. (2016). „Über das Glück nichts, sonst ist es keines mehr“. Von der Paradoxie des Glücks bei Herta Müller.. In M.W. Jens Christian Deeg (a cura di), Herta Müller und das Glitzern im Satz. Eine Annäherung an Gegenwartsliteratur (pp. 73-91). Würzburg : Königshausen & Neumann.
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Utilizza questo identificativo per citare o creare un link a questo documento: https://hdl.handle.net/11590/300567
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